Die Leitsätze der Arbeit im Martin-Luther-Kindergarten

«Augen bekommen für das Zarte, Hände für das Zerbrechliche, Sinn für das Schöne, Freude an der Schöpfung, Vertrauen zum Schöpfer.» (Peter Klevo)

Wir vermitteln christliche Werte und Normen

Unser Leitgedanke ist es, Religion und Glaube lebendig erfahrbar zu machen. Das beginnt dort, wo das Kind spürt, «hier gehöre ich dazu», «hier fühle ich mich geborgen».

Unsere Pfarrerin Friederike Scholz Druba besucht uns regelmäßig zusammen mit dem «Tauffisch» im Kindergarten. Bei diesen Aktionen wird von den Symbolen der Taufe, aber auch von den Festen im Kirchenjahr und den biblischen Geschichten erzählt und gesungen.
Mehrmals im Jahr finden Gottesdienste statt, die von den Kindern mitgestaltet werden.

Gemeinsames Leben von Kindern mit und ohne Behinderung

Die Integration von entwicklungsverzögerten und behinderten Kindern gehört zu unserem Kindergartenalltag. Hierbei tun sich die Kinder oftmals leichter als die Erwachsenen. Jedes Kind - mit all seinen Stärken und Schwächen - stellt eine Bereicherung der Gruppe dar.
Um den Kindern optimale Rahmenbedingungen zu schaffen, legen wir hier besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Eltern, Therapeuten und anderen Fachleuten.

Das Kind als eigenständige Persönlichkeit

Wenn ein Kind im Alter ab zwei oder drei Jahren zu uns kommt, bringt es seine ganz persönlichen Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Gemeinsam mit den Kindern versuchen wir, ihre Interessen und Neigungen mit den gegebenen Möglichkeiten und den für die Gemeinschaft wichtigen Regeln in Einklang zu bringen.

Kindergarten soll Spaß machen

Nur in einer fröhlichen und ungezwungenen Umgebung kann sich ein Kind seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend entwickeln. Spaß und Freude sind für uns Grundvoraussetzungen für Bildung und Erziehung.

Phantasie und Kreativität in allen Bereichen

Das Kind lernt mit allen Sinnen. Die beste Voraussetzung für eine optimale kindliche Entwicklung liegt in der Förderung der Ganzheitlichkeit - also in der Bildung von Herz, Hand und Verstand. Durch das eigene Tun und Erleben können Kinder ihre Umwelt am besten begreifen. Deshalb ist es wichtig, ihnen viele Entdeckungsräume zu ermöglichen.
Durch gezielte und freie Angebote werden die Kinder aufgefordert, ihre Fähigkeiten eigenverantwortlich umzusetzen. In unserem Außenspielbereich und in unserem Turnraum bieten wir den Kindern die Möglichkeit ihre Kreativität auch in Bewegung und Rollenspiel umzusetzen.

Kinder dürfen Kinder sein

Unsere Einrichtung ist ein Ort, der auf die Bedürfnisse der zu uns kommenden Kinder ausgerichtet ist. Sie können breitgefächerte Erfahrungen mit Menschen, Materialien und der Umwelt machen. Wir holen sie bei ihren bereits gemachten Erfahrungen ab, um sie eine Zeit lang auf einem Stück ihres Weges zu begleiten.

Regeln - Grenzen - Konsequenzen

Die Freiheit eines jeden einzelnen hört da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Überall wo Menschen zusammenleben, sind Regeln und Grenzen notwendig. Grenzen gestalten Räume und Zeiten. Sie geben Sicherheit und Verlässlichkeit. Grenzen sind Orientierungspunkte.
Auch im Kindergarten erfährt das Kind Sicherheit innerhalb ihm bekannter Grenzen. Nur mit Grenzen und Regeln kann das Kind sich in seiner komplizierten und komplexen Umwelt ohne Überforderung zurechtfinden.

Das Freispiel

«Freies Spielen» heißt, dass das Kind, seiner Lust entsprechend, sich Spielmaterial, -partner, -ort und -dauer wählen kann. Mit diesem Freispiel verbringt das Kind die meiste Zeit im Kindergarten. Ein Außenstehender kann leicht den Eindruck gewinnen «...die spielen ja nur!»
Doch es steckt so viel Wichtiges dahinter: Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Somit ist das Freispiel von ganz entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. So viele Möglichkeiten wie das Freispiel bietet, so viel verlangt es dem Kind auch ab.

  • Es muss sich trauen, andere Kinder zu fragen, ob es in bereits stattfindenden Spielgeschehnissen mitmachen darf.
  • Es muss auch mal verlieren können. Im Spiel wird Frustrationstoleranz aufgebaut.
  • Konflikte müssen auf gute Art und Weise miteinander ausgetragen werden.
  • Und natürlich muss sich das Kind an bestehende Regeln halten, wie zum Beispiel sorgsamer Umgang mit Spielmaterialien, Erzieherin und Kinder fragen, ob es in einer bestimmten Spielecke mitspielen darf.

Die Schulfähigkeit

Neben dem Betreuungsauftrag haben auch alle Einrichtungen in NRW einen eigenständigen Bildungsauftrag. Dieser besagt «das Kind während seines gesamten Aufenthaltes in der Einrichtung bildungsfördernd zu begleiten».
Das Ziel während der gesamten Kindergartenzeit ist es, die Schulfähigkeit zu erlangen. Das letzte Kindergartenjahr beginnt mit der Begrüßung der «Tigerkinder». Durch regelmäßige Treffen nur mit den gleichaltrigen wird den Kindern bewusst, dass sie nun «die Großen» sind.
Dieser Zustand motiviert sie, stärkt ihr Selbstbewusstsein und es finden neue Lernerfolge statt. Wir festigen bei den Kindern das Gelernte der letzten Jahre, zum Beispiel:

  • Ausflüge zu externen Lernorten
  • Verkehrserziehung
  • Mengen und Farben
  • Basteln, Schneiden, Zeichnen
  • Geschichten erzählen

Der Elternrat

Das Kinderbildungsgesetz NRW sieht Rechte und Pflichten der Elternversammlung und des Elternrates vor. Diese haben unter anderem die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Eltern, dem Träger der Einrichtung und dem pädagogischen Personal zu fördern und zu beleben.
Jeweils zu Beginn des Kindergartenjahres wählt die Elternversammlung für jede Gruppe zwei Elternvertreter, die den Elternrat bilden. Diese sind mit den Vertretern des Trägers und den pädagogischen Kräften im Rat der Tageseinrichtung, der die Grundsätze der Arbeit in der Einrichtung berät.

Die Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Beteiligung von Eltern in der Kindergartenarbeit ist ausdrücklich erwünscht. Neben der Mithilfe bei bestimmten Aktivitäten geht es auch um die Integration und Verbindung der verschiedenen Lebensräume der Kinder.

Wir sind eine familienergänzende Einrichtung, die den Austausch mit den Eltern über die Entwicklung des Kindes benötigt. Dies ist wichtig, um Unterschiede in Ansichten und Regeln sichtbar zu machen und eventuell auftauchende Unstimmigkeiten diskutieren und auflösen zu können - oder eben den Kindern das Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass es durchaus unterschiedliche Regeln an unterschiedlichen Orten gibt.
Vertrauen zwischen Eltern und Erziehern, gegenseitiges Verständnis und Anerkennung sind hierfür die Voraussetzung.

Wir bieten Eltern Hilfe an und beraten sie bei Fragen zur Entwicklung und Erziehung des Kindes. Somit fördert die Elternarbeit die Kommunikation # zwischen allen Beteiligten, sowie die Bereitschaft miteinander im Gespräch zu bleiben.

Daneben bedeutet Elternarbeit natürlich auch praktische Hilfe und Unterstützung bei verschiedenen Aktivitäten.
Das kann sein:

  • Hilfe bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Festen (Abschiedsfeier der Vorschulkinder, St. Martin, Sommerfest, ...).
  • Mitwirkung bei Gottesdiensten, die der Kindergarten mitgestaltet.
  • Mithilfe bei Veranstaltungen des Kindergartens auf dem Außengelände (Umgestaltung und Renovierung von Spielgeräten und Anlagen, Sandwechselaktionen, ...).

Natürlich sind noch viele weitere Ansätze möglich. Die Ausrichtung und das Ausmaß des Engagements der Eltern werden sich naturgemäß mit der unterschiedlichen Zusammensetzung der Eltern in jedem neuen Kindergartenjahr verändern.