Juni/Juli 2017

Gemeindebrief für: Juni/Juli 2017

„Einladung zur Freiheit“

Am Samstag, den 1. Juli wird rund um die Reinoldikirche in der Dortmunder City gemeinsam mit vielen Christinnen und Christen der Kreiskirchentag unter dem Motto „ Einfach frei“ gefeiert.


An dieses Anliegen der Reformation knüpft die Evangelische Kirche von Westfalen im 500. Jubiläumsjahr mit der Kampagne „EINFACH FR3I“ an. Sie nimmt den einmalig gegebenen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, an die „geschenkte“ Gnade Gottes in Jesus Christus zu erinnern und den Tag mit Grundeinsichten reformatorischer Theologie zu verbinden. So sind wir allein durch Christus frei für Gottes Nähe, allein aus Gnade frei zum Dienst am Nächsten, allein aufgrund der Schrift frei zur Auslegung der Bibel und allein durch den Glauben frei von Leistungsdruck sowie frei, selber zu denken und Dinge kritisch zu hinter fragen.


Dabei ist es Gott, der Fesseln löst. Das Erste Gebot hält es wach: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus der Knechtschaft befreit hat!“ Damals wurden umher wandernde Nomaden, besitzlose Sklavenarbeiter befreit zu einem Leben in Eigenverantwortung, Sicherheit und Würde.


Auch 500 Jahre nach der Reformation weist Gottes Gebot der Freiheit und der Gerechtigkeit darauf hin. So findet sich Gott nicht mit Missbrauch von Macht und Geld, nicht mit Gewalt und Hass ab, durch die so viele Menschen in unserer Zeit in die Flucht getrieben werden. Vielmehr will Gott solche Fesseln im Leben Einzelner wie ganzer Völker lösen. Das 500-jährige Jubiläum der Reformation provoziert auch uns, sich von dieser Botschaft Gottes von neuem anstecken zu lasse und sie im Alltag heute und morgen umzusetzen: „EINFACH FR31“ (siehe www.einfach-frei.de).


Mit den neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden haben wir beim Anmeldegottesdienst im April versucht, herauszufinden, was „Freiheit“ für den Alltag heute und morgen bedeutet. Wir haben erfahren, wie begrenzt unsere persönliche Freiheit ist durch die Grenzen des Geldes und vor allem der Zeit.


Das Leben von vielen jungen Menschen und Familien ist eingebunden in einen engen Rahmen von Schule, Beruf und Familie. Gleichzeitig sind durch die digitalisierte Welt die Schnelllebigkeit unserer gemeinschaftlichen Beziehungen und der Druck, immer „ am Puls der Zeit“ zu sein, erheblich gestiegen.


Mich hat es erschreckt, mit welchem hohen Maß die Schülerinnen und Schüler von Unfreiheit und Angst sprechen. Die seelischen Fesseln der Angst sind in einem anderen Maße da als zur Zeit Martin Luthers- aber sie sind da!


Ich wünsche mir, für die Jugendlichen unserer Gemeinde und auch für ihre Familien, dass sie das Geschenk der Freiheit in unserer Kirche spüren könnten- und nicht nur für einen Tag!


F. Scholz-Druba

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