Martin-Luther-Kirche

Kirchturm 2. März 1907

Am 300. Geburtstag Paul Gerhards trifft die Gemeindevertretung der gerade zehn Wochen eigenständigen Evangelischen Kirchengemeinde Brambauer den Beschluss zum Bau einer Kirche. Nach Einholung der notwendigen Genehmigungen erfolgt am 23. Oktober 1907 der erste Spatenstich.


01. Dezember 1907

Feierliche Grundsteinlegung; das Bauvorhaben kann durch große Spendebereitschaft zügig vorangetrieben werden.


04. Juli 1909

Am Trinitatissonntag feiert die Gemeinde unter großer Anteilnahme die Einweihung der neuen Kirche - nicht ohne vorher gebührend von der Kleinkinderschule, die längere Zeit als Bethaus diente, Abschied genommen zu haben.


Nach der offiziellen Schlüsselübergabe, der Weihe durch Generalsuperintendent Zöllner und der Begrüßung der Gemeinde durch Synodalpräses König, hielt Superintendent Schlett die Eingangsliturgie. Anschließend bestieg Pfarrer Weirich zum ersten mal die Kanzel, um über Hebräer 13,8 zu predigen, das Bibelwort, das auch heute noch auf dem Mauerbogen über dem Chorraum zu lesen ist: JESUS CHRISTUS GESTERN UND HEUTE UND IN EWIGKEIT DERSELBE ! AMEN.


Gedenktafel 1920
Am Totensonntag werden Gedenktafeln mit den Namen der neunzig evangelischen Kriegsgefallenen Brambauers zu beiden Seiten des Altars aufgestellt und vor dichtgedrängter Gemeinde enthüllt.


1936
Die Kirche wird durch die Kirchenmalerin Fräulein Viering aus Düsseldorf neu ausgemalt - wesentlich schlichter als zuvor. Das Christusstandbild, das bis dahin den Altaraufbau bildete, wird durch ein schlichtes hölzernes Kreuz ersetzt. Die Erinnerungstafeln für die Kriegsgefallenen finden in der Eingangshalle ihren Platz, wo sie auch heute noch sind.


Pfarrhaus Melanchthonplatz 1943/1944

Die schweren Bombenangriffe der alliierten Fliegerverbände, bei denen in Brambauer 34 Tote zu beklagen sind, richten auch schwere Verwüstungen an vielen Gebäuden an. Dabei werden auch die Kirche und das angrenzende Pfarrhaus erheblich beschädigt.


1945

Gleich nach Kriegsende wird der sofortige Wiederaufbau der Kirche beschlossen. Innerhalb von vierzehn Tagen sind schon 35.000,-- RM gesammelt, um die Arbeiten zu finanzieren. Bereits am Heiligabend kann die Gemeinde in der wiederhergestellten Kirche ihren Gottesdienst feiern.


1947
Die Neuausmalung der Kirche konnte erst zwei Jahre später angegangen werden. Wieder war es Fräulein Viering, die diese Arbeiten ausführte.


Am 15. Juni, also im 40. Jahr des Bestehens der Kirchengemeinde, weihte Superintendent Heuner die Kirche neu ein.


September 1959
Im September feiert die Gemeinde das 50. Kirchweihfest mit einer groß angelegten Evangelischen Woche.


Neue Orgel 1969

Von Januar bis März hält die Gemeinde ihre Gottesdienste im großen Saal der Gaststätte Schlabs (heute Bürgerhaus) ab, da die Kirche zum 60. Kirchweihfest einer grundlegenden Renovierung und Umbau unterzogen wird. Sie bekommt einen völlig neuen Innenanstrich, neue Kirchenbänke, Kanzel, Altar und Taufbecken.


Außerdem werden die Heizungsanlage und Elektroinstallationen überholt. Eine eingehendere Überprüfung der Orgel ergiebt, dass sie nicht zu reparieren ist. Nach längerem Abwägen wird entschieden, eine kleinere, 13-registrige Orgel vor das alte Orgelgehäuse zu bauen.


1982

Am Pfingstsonntag - als Auftakt zu den Feiern zum 75-jährigen Jubiläum der Gemeinde - erleben die Besuchenden der Kirche einen besonders bewegenden, viersprachigen Gottesdienst. In der voll besetzten Kirche waren Menschen aus fünf Ländern beisammen.


Mit den Brambauer Gemeindegliedern feierten Besuchende aus Berlin-Friedrichsfelde (damals DDR), Salford (Großbritannien), Zwolle (Niederlande) und Usakos (Namibia) das Abendmahl und durften an einem «wahrhaftigen Pfingstfest» (so ein Gemeindeglied) teilhaben.


07. Juli 1984

Fast auf den Tag genau 75 Jahre nach der Einweihung der Kirche konnte die Gottesdienstgemeinde am 7. Juli die Kirche zum ersten Mal durch den neugeschaffenen Vorraum betreten. Durch Herausnahme von drei Sitzbankreihen und den Einbau einer zusammenschiebbaren Zwischenwand steht seitdem eine Raum zur Verfügung, der zu Gesprächen und Treffen vor allem vor und nach den Gottesdiensten - aber auch zu anderen Veranstaltungen wie z.B. «Talk im Turm» - genutzt wird.


1986

Im September wird offiziell bescheinigt, was die Gemeinde schon im Dezember des Vorjahres bekannt gegeben wurde: Die Martin-Luther-Kirche ist ein kultur- und bauhistorisches Denkmal und folglich unter Denkmalsschutz gestellt.


1990
Im Frühjahr wird das Dach der Kirche, besonders aber der Turmhelm durch die heftigen Frühjahrsstürme schwer beschädigt; ganze Bahnen des Kupferdaches «flattern» am Turmdach.


Die notwendigen Arbeiten zur Beseitigung der Schäden werden umgehend angegangen. Dabei wird festgestelllt, dass die Vorderfront des Turmes sehr porös ist, auch diese dringende Sanierung wird umgehend in Auftrag gegeben.


Daraufhin wird eine eingehende Bauprüfung der Kirche vorgenommen, die mit der Feststellung einer dringenden Gesamtsanierung der Kirche abschließt.


1992/1993

Im Herbst/ Winter wird das Kirchendach saniert und neu eingedeckt.


1993-1995

Aufgrund der äußerst knappen Finanzen kann die Gemeinde die dringende Sanierung der Außenhaut der Kirche, die Sanierung und Sicherung der Kirchenfenster, besonders im Chorraum, und die Erneuerung der Heizungsanlage nur schrittweise angehen.

Mittelfenster


1997

Im Herbst wird die Sanierung und Neugestaltung des Chorraumes angegangen. Die Sonn- und Feiertagsgottesdienste finden von September bis Ende November in der katholischen Herz-Jesu-Kirche an der Waltroper Straße statt.


Die Wiedereröffnung der Martin-Luther-Kirche mit neugestaltetem Chorraum kann am 30. November, dem 1. Adventssonntag mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert werden.


Kreuz Ostersonntag, 04. April 1999

Im Festgottesdienst wird das neue Chorraum-Kreuz der Gemeinde vorgestellt.


Das Kreuz wurde in der Schlosserei der Abtei Königsmünster speziell für die Martin-Luther-Kirche entworfen und hergestellt und ersetzt das alte Wandkreuz im Altarraum. Ein Großteil des Holzes des alten Wandkreuzes wurde in das neue Standkreuz eingearbeitet. Aus dem restlichen Holz werden 125 kleine «Brambauer Versöhnungskreuze» hergestellt, die zugunsten der weiteren Kirchenrenovierung verkauft werden


Fotos zur Renovierung im Jahr 2010 finden Sie hier:

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