Andacht zum Ostersonntag

  • Wir grüßen Sie alle in Ihrem Zuhause ganz herzlich!

    „Ostern – lebendige Hoffnung!“

    Diese Gedanken mögen Ihnen weiterhin Hoffnung und Mut schenken! Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!


    Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

    Diesen alten und vertrauten Oster-Ruf haben wir uns gegenseitig zugerufen- mit Abstand!. Wie in all den Jahren zuvor feiern wir am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond das Osterfest. Aber es ist ein anderes Ostern in diesen Coronazeiten. Vor einem Jahr waren alle Kirchen geschlossen. In diesem Jahr dürfen wir wenigstens die Kirchen öffnen zum Gebet, aber gemeinsam singen, feiern und das Abendmahl nehmen- das dürfen wir nicht!

    Wie können wir trotzdem die Freude der Osterbotschaft erleben? Ich lade Sie ein, sich das Bild auf der Vorderseite anzuschauen. Da ist erst einmal ganz viel Licht und Sonnenstrahlen zu sehen. Wenn Sie aber in die Ecke rechts unten schauen, dann sehen Sie keine Ostereier. Nein! Es ist das dunkle Grab, von dem der Stein zur Seite gerollt worden ist. Das erinnert an die biblische Ostergeschichte. Früh am Morgen des dritten Tages sind zwei Frauen zum Grab von Jesus gegangen: seine Mutter Maria und seine Weggefährtin Maria aus Magdala. Sie waren sehr traurig, denn sie hatten erlebt, wie Jesus am Kreuz gestorben und sein Leichnam ins Grab gelegt worden ist.

    Alle Hoffnungen hatten sie mit ihm begraben. Sie waren ihm gefolgt, hatten alles andere für ihn aufgegeben und nun war er nicht mehr da. Was macht das Leben da noch für einen Sinn? Kennen Sie das Gefühl, ohne Halt zu sein, einsam und verlassen? Wenn es uns so geht, sind wir froh, wenn wir jemanden treffen, der uns anspricht. Jemand, der unsere Einsamkeit kennt. Wir brauchen es gerade in diesen Coronzeiten, dass da einer ist, der uns und unsere Traurigkeiten wirklich gut kennt. Der uns aber auch sagt: Habt keine Angst vor mir und vor dem, was da kommt! Schaut noch einmal aufs Grab. Es ist noch da. Die Erfahrung von Abschied und Tod wird weiterhin Euer Leben prägen. Aber nicht mehr beherrschen! Das Grab sieht jetzt ganz anders. Es hat seinen Schrecken verloren. Schaut auf das Grab und dann wendet Euch um und geht einen neuen Weg, weg vom Grab. Geht zu den anderen, die Jesus auch kennen. Und Jesus wird euch diesen neuen, hellen Weg zeigen. Er wird vor Euch her gehen. Und ihr werdet gemeinsam das Licht sehen, die Freude und die Hoffnung.: Alles wird neu beginnen! Ihr werdet sehen, es gibt eine neue lebendige Hoffnung!

    Auf dem Bild auf der Vorderseite sind die Strahlen des Lichtes zu sehen, die aus dem Grab hervorscheinen. Das Dunkel ist noch zu sehen, aber es sieht anders aus. Es strahlt Hoffnung aus- ganz viel Hoffnung. So ist Ostern!

    Die Frauen folgen Jesus nach auf dem neuen gemeinsamen Weg. Sie tragen in sich die Furcht über das, was sie am Grab erlebt haben und was sie bis heute nicht verstehen. So etwas hat noch keine und keiner erlebt. Sie, die Frauen, sind die ersten Botinnen der Auferstehungsbotschaft. So etwas ist unerhört! Ein Wunder! Aber wahr!

    Sie sind aber auch erfüllt von einer noch viel größeren Freude! Ihr Leben geht weiter mit Jesus. Er lässt sie nicht allein! Die Erfahrung des Leidens hat sie verändert , aber nicht besiegt. Wenn sie weiterhin von Jesu Hoffnung auf Gottes Liebe und Gerechtigkeit erzählen, dann lebt Jesus weiter unter ihnen.

    Das wünsche ich Ihnen allen:

    Wenn unser Weg uns durch Nacht und Leiden führt:

    Du bist das Licht über unserem Weg.

    Du lässt uns nicht allein. Halleluja!

    Wenn wir traurig am Grab eines lieben Menschen stehen:

    Gott, du schenkst uns die Zuversicht, dass unsere Toten in deiner Hand gut aufgehoben sind. Halleluja!

    Wenn unsere Lebensfreude und unsere Kräfte schwinden. Wenn wir nicht mehr weiter wissen: Du stärkst unsere Hoffnung, unsere Zuversicht und unser Vertrauen in die Zukunft. Halleluja!

    Und das Licht des Ostermorgen scheint auch auf unserem Weg und wir gehen gemeinsam mit Jesus, dem Auferstandenen! Halleluja! Ihnen allen ein gesegntes Osterfest!

    Bibeltext zum Osterfest: Jesu Auferstehung (Matthäus 28)

    Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

    Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

    Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.


    Lied: Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit

    denn unser Heil hat Gott bereit'.

    Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

    Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

    Es ist erstanden Jesus Christ,

    der an dem Kreuz gestorben ist;

    ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist

    Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

    Gelobt sei Christus, Marien Sohn.


    Segensbitte
    Schenk mir deinen Segen, Gott, damit ich die Osterfreude bewahren und weitersagen kann. Amen


    Friederike Scholz-Druba, Pfarrerin