Gemeindebrief für Februar/März 2021

Der neue Gemeindebrief liegt zum Download bereit

Barmherzig - ein altes Wort! Kennt das heute noch jemand? Es enthält „erbarmen“ und „Herz“. Erbarmen ist ein Wort der mittelalterlichen Kirchensprache und meint: sich den Armen, den Schwachen zuwenden. Jesus macht das in der Feldrede im Lukas-Evangelium (LK 6,17-49) konkret: Richtet nicht, verurteilt nicht, erlasst Schuld, gebt ab, liebt eure Feinde. Ein hoher Anspruch, den Jesus an seine Nachfolger stellt! Und dann sollen wir es auch noch von Herzen tun - nicht nur uns erbarmen, sondern barmherzig sein.

Barmherzigkeit ist dabei keine Tugend, die dem Menschen von Natur aus mitgegeben ist. Sie muss eingeübt werden. Das fällt Menschen, die selber Barmherzigkeit erfahren haben, vielleicht leichter als anderen.

Wie auch euer Vater barmherzig ist! sagt Jesus. Ihr alle habt doch schon Barmherzigkeit erfahren.

Gott kommt euch immer wieder entgegen, verurteilt nicht, vergibt Schuld, liebt euch, auch wenn ihr euch wie seine Feinde aufführt.

Gott lässt immer wieder Gnade oder Barmherzigkeit vor Recht ergehen. Wir Menschen haben also ein Beispiel, wie es geht.

Ja, Barmherzigkeit kann auch ausgenutzt werden. Jesus ist nicht so weltfremd, dass er das nicht weiß (s. Matthäus 18,21-29). Aber er weiß auch, dass eine Welt, in der nur nach Recht und Vergeltung gehandelt wird, nicht lebenswert ist.

Also nehmen wir die Jahreslosung zum Anlass, Barmherzigkeit zu üben!

Ihre Martina Lembke-Schönfeld

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