Gemeindebrief für Oktober/November

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Erntedank – ein altes fest – ganz aktuell

Foto: privat


Ernährung ist politisch geworden. In Zeiten von Corona und Klimawandel bekommt das Erntedankfest eine völlig andere Note. Auch in diesem Jahr fallen wieder viele Veranstaltungen, Umzüge und traditionelle Märkte wegen der wieder ansteigenden Corona-Zahlen aus.

Volle Brotkörbe, Sonnenblumen, Weintrauben ... Zum Erntedankfest bieten viele Kirchen seit Jahren ein Stückchen heile Welt. Auch in der Martin-Luther-Kirche schmücken wir den Altarraum mit Früchten und mit unserem Erntekranz. Aber das Feiern, der Dank für die Ernte und die Bitte ums tägliche Brot sind in diesem Jahr überschattet. Die Wetterextreme nehmen zu. Das haben viele Menschen in Deutschland und weltweit in diesem Jahr mit Hitze und Überschwemmungen leidvoll erfahren müssen. Wie können wir in Brambauer bewusst "Danke" sagen für alles, was wir zum Leben haben?

Mit dem Erntedankfest erinnern Christinnen und Christen an den engen Zusammenhang von Mensch und Natur. Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen. Mit der Bitte des Vaterunsers „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ wird zugleich an die katastrophale Ernährungssituation in den ärmsten Ländern der Erde erinnert. Im christlichen Verständnis gehören das Danken und Teilen zusammen. Erntedank-Gottesdienste sind daher oft mit einer Solidaritätsaktion zugunsten notleidender Menschen verbunden.

Seit vielen Jahren richtet die kleine Gruppe "MLK09" das Erntedankfest aus, um Spenden zur Bauunterhaltung der Martin-Luther-Kirche zu sammeln. So wird es am 3. Oktober auch sein. Es gibt zwar kein gemeinsames Essen in der Kirche, aber ganz Coronakonform werden Reibeplätzchen und Waffeln vor der Kirche zum Mitnehmen angeboten.

Daneben wird es aber in diesem Jahr in und vor der Kirche einen Spendentopf geben für die Fluthilfe im Rheinland. Das Presbyterium hatte direkt nach dem Hochwasser eine Spende von 1.000,00 € freigegeben. Das war im Juli. Die Bauern, Winzer und viele in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten konnten aber keine Ernte einfahren. Ihre Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ bleibt auch auf lange Zeit hin ganz, ganz schwierig. So wollen wir die Solidarität wachhalten, zum Erntedankfest an sie denken, danken und teilen.


Erntedank 2021
– ein altes Fest –
ganz aktuell


Pfarrerin Friederike Scholz-Druba

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