Gemeindebrief Februar / März 2024

Der neue Gemeindebrief liegt als Download bereit.

Nachdenken über die Zeit


Die Jahreswende lädt ein, über die Zeit nachzudenken. Was ist das eigentlich - die Zeit? Man kann sie nicht festhalten. Der Augenblick ist schon jetzt Vergangenheit. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Und die Vergangenheit lastet oft auf uns und man kann sie nicht zurückholen und in Ordnung bringen.


Was ist die Zeit? Manchmal sagen wir: Das dauert ja eine Ewigkeit! Qualvolles Warten! Nichts tun können, um die Zeit zu beschleunigen. Wir bilden uns oft ein, über die Zeit zu verfügen. Manchmal nehmen wir uns Zeit, als wäre sie unser Besitz. Dabei wissen wir nicht, wie viel Zeit wir wirklich haben. Ja, sie ist kostbar, die Zeit - und doch vertreiben wir uns die Zeit, damit es eben nicht eine Ewigkeit dauert.


Eine Ewigkeit? Es gibt nur die eine Ewigkeit, und die ist unvorstellbar und unbegreiflich: Zeit ohne zerfließende Zeit.


Der christliche Glaube bekennt Gott als den Ewigen, weil er als diejenige Instanz gilt, vor der nichts vergangen ist und nichts in ungewisser Zukunft liegt. Das haben die Mütter und Väter unterstrichen, als sie es sich in ihrer Kirche in Brambauer aufgeschrieben haben: als Erinnerung, als Mahnung, als Zuspruch: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebräer 13,8)


In Jesus Christus mündet Zeit in Ewigkeit, in Endgültigkeit. Zeit kommt an ihr Ziel. Ewigkeit ist Erfüllung, ist vollendete Gegenwart. Und die Gegenwart verwandelt sich, weil Gott uns in Jesus Christus aus der Ewigkeit entgegenkommt.

Jochen Klepper, der 1942 zusammen mit seiner jüdischen Frau in den Tod ging, um der Deportation ins Konzentrationslager zu entgehen, hat ein Neujahrslied 1938 aufgeschrieben:


„Der du die Zeit in Händen hast, Herr, nimm auch dieses Jahres Last und wandle sie in Segen. Nun von dir selbst in Jesus Christ die Mitte fest gewiesen ist, führ uns dem Ziel entgegen.


Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten: Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.“


Das möge uns helfen im neuen Jahr.


Pfarrer Ulrich Dröge

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