Gemeindebrief April / Mai 2019

Der Gemeindebrief für April und Mai 2019

„Mein Herze soll dir grünen ...“

Ostern feiern
nach Gedanken von C. Brudereck


Foto: Tingeling auf Pixabay


Jede Zeit im Jahr hat ihre eigene Note. Zeit ist nicht gleich gültig. Es gibt heilige Tage im Jahr, die besondere Aufmerksamkeit brauchen. Der Frühling feiert mit dem Osterfest das Leben. Nach dem nassen Grau wird das lebendige Grün begrüßt. Aber wie in der Natur muss das Leben immer erst durch den Tod.


So sind wir eingeladen, die Karwoche, diese besonderen Tage vor Ostern, bewusst als notwendige Trauerzeit zu gestalten. So sollen sie zur Vorbotin des großen Festes werden. Die „Kar“-Woche hat ihren Namen abgeleitet vom althochdeutschen „Kara“ für Klage, Kummer und Trauer. Das Haus ist nicht wie sonst mit Blumen geschmückt. Es gibt nur ein paar Zweige im Fenster.


Der Karsamstag knüpft noch an die Stille der besonderen Woche an, um sich dann allmählich zu verwandeln. Es wird eingekauft, vor allem Blumen. Die Kiste mit der Osterdekoration wird hervorgeholt. Eifriges Treiben herrscht im Haus. Die grünen Zweige werden mit buntem Schmuck behängt. Osternester aus grünem Moos werden mit Schokoladeneiern gefüllt. Ostereier werden gekocht, gefärbt und mit Butter glänzend gerieben. Im ganzen Haus gibt es endlich wieder Blumen. Volle Sträuße strahlender Osterglocken. Dazu Tulpen, blaue Traubenhyazinthen, rosa Bellis. Die Farben sind wieder da! Es duftet nach Grün. Das ganze Haus verwandelt sich und erlebt Ostern mit uns.


Ostern - endlich! Jesus ist auferweckt worden. Die Frauen waren am Grab und fanden ihn nicht mehr darin. Die Sonne scheint. Die Nacht ist vorbei und das „Kara“ auch. Der Winter ist abgeschlossen, der so kalt war wie ein Grab und so leblos. Der Frühling ist da. Die Grünkraft ist Siegerin. Etwas Großes ist geschehen, ein Neuanfang. Sichtbar. Erlebbar


Es ist erschienen die lindgrüne Freundlichkeit Gottes. Eine neue Leichtigkeit wirbelt durch unser Leben. Jeder Frühling feiert mit mir die Auferstehung des Lebens. Ich feiere auch mein eigenes Leben als ein göttliches Geschenk.


Mit diesen Worten von Christina Brudereck wünsche ich Ihnen und Euch ein gesegnetes Osterfest!

Pfarrerin Friederike Scholz-Druba

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