Mut zum Vertrauen

Ein Weg durch die Corona-Krise.

»Mut zum Vertrauen« - Ein Weg durch die Corona-Krise.


In den vergangenen Tagen häufen sich nahezu stündlich die Nachrichten mit den Zahlen der um sich greifenden Pandemie. Staatliche Stellen veröffentlichen täglich weitergehende Beschränkungsmaßnahmen des öffentlichen Lebens, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Sie krempeln den gewohnten Alltag völlig um.

Mit der Vielzahl der Meldungen zum Corona-Virus wachsen Unsicherheit und Ängste, als wären die Lage der Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze, der Klimawandel, das Auseinanderfallen unserer Gesellschaft, Rassismus und rechtsgerichtete Terrorakte noch nicht genug gewesen.


Auch ich sorge mich darum, was aus dem allen noch werden soll. Gestern schien mir noch alles in relativer Gelassenheit tragbar – heute nehme ich die Lage auch ernster. Es scheint sich ein Entweder-Oder aufzutun: Angstgetriebene Hysterie und Panik oder vertrauende Besonnenheit und Zuversicht.


Auf der Suche nach Nudeln stand ich am vergangenen Samstag in drei Geschäften vor leeren Regalen. Nach Klopapier habe ich erst gar nicht gesucht. Angst und Sorge scheint die Menschen zur Hamsterei zu treiben, um sich abzusichern. Aber gibt es denn eine letzte Sicherheit und treibt die innere Panik nicht nur zu weiteren Aktionen gleicher Art?


Besonnenheit und Zuversicht sind Haltungen, die der Spirale gegenüberstehen, in die die Angst führt. Wie aber kann ich dorthin gelangen, wenn doch die Befürchtungen laufend an mir nagen?


Die Bibel gibt mir einen entscheidenden Hinweis: „Gott hat uns nicht einen Geist der Mutlosigkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (Paulus Brief an Timotheus, 1.7)


Ich brauche offensichtlich Mut, um die gegenwärtige Situation ertragen zu können. Den Mut nämlich, die Lage anzunehmen, in die ich mich gegenwärtig versetzt sehe. Der Mut ist mein Schritt ins Vertrauen. Im Vertrauen finde ich die Kraft, die ich zur Bewältigung meiner Situation brauche und die Besonnenheit, mit ihr recht umgehen zu können. Besonnenheit kommt, wenn ich mich besinne. Wenn ich mich darauf besinne und vertraue, dass Gott in mir da ist, mich hält und trägt – immer – gleich was aus dem allen noch werden wird. Wir Christen nennen dieses Besinnen beten.

Ich bin gehalten. Das macht mich frei, um für andere in der heutigen Gefährdung Verantwortung zu tragen, sie zu schützen und auf sie Rücksicht zu nehmen.

Wenn auch scheinbar alles „abgesagt“ ist – das Beten ist nicht abgesagt. Es ist der Mut, Vertrauen zu wagen. Ein Weg durch die Krise.

Andreas Bader, Pastor

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