Liebe Gemeinde,

 

Sommer ade, scheiden tut weh! Ferien vorbei – Herbst im Anmarsch.

 

Wer mit dem Auto im Urlaub war, hat es wieder erlebt: Baustellen über Baustellen. Ich hasse Fahrbahn-verengungen, wenn man sich an dicken LKW vorbeischieben muss und Panik einsetzt, entweder mit dem Brummi zu kollidieren oder an der Leitplanke auf der andern Seite lang zu schrabben. Mir hilft es dabei, fokussiert nach vorne zu schauen - nicht auf die Gefahr links und rechts von mir, sondern aufs Ziel, dorthin, wo ich hinfahren, wo ich heil ankommen will - zum Ende der Baustelle, wo sich die Fahrbahn wieder weitet und zweispurig oder gar dreispurig wird.

 

Mir ist solch eine Erfahrung immer auch ein Bild fürs Leben. Da kann es auch schon mal eng werden. Und manche und mancher hat Baustellen, an denen Probleme gelöst und Herausforderungen angenommen werden müssen. Auch da hilft nicht die Panik oder der Gedanke: „Das schaffe ich nie!“ Das Ziel jeder solcher „Baustellen“ muss stets im Auge behalten werden. Und dann mutig ein Schritt vor den andern gesetzt.

 

„Sorget nicht für morgen!“, rät Jesus und ermutigt zugleich „Gott sorgt für euch!“ In der Bibel gibt es da eine beispielhafte Erzählung von Petrus, der zunächst mutig mitten auf einem See aus dem Boot steigt und auf dem Wasser laufend auf Jesus zugeht. Als sein Blick aber vom Ziel abweicht und er die hohen Wellen und den Sturm sieht, geht er im wahrsten Sinne des Wortes „baden“ und sinkt. Und wahrscheinlich wäre er ertrunken, hätte er sich nicht in letzter Sekunde auf Jesus besonnen und ihm zugerufen: „Herr, rette mich!“

 

Damit wir im Leben nicht baden gehen, sollten wir unseren Blick immer auf Jesus ausgerichtet haben. Dazu kann uns der regelmäßige Kontakt mit dem Wort Gottes in der Bibel und im Gottedienst neu ausrichten auf den hin, der uns verheißt: „Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Zeit.“ Nicht nur bis zum Ende der Urlaubszeit und ihrer Baustellen.

 

Herzlichst,

Pfarrer Uwe J. Steinmann